Burghard Müller-Dannhausen

Retrospektive
der Werkentwicklung

1995

Die Tendenz zur Vereinfachung schließt auch das Besinnen auf die Flächigkeit ein. Formale Überlappungen, wie sie Anfang der 90er Jahre noch häufig waren, treten immer mehr zurück und kommen 1995 überhaupt nicht mehr vor. Es ist vor allem das Eindeutige der Räumlichkeit und ihrer Interpretation, das vermieden wird. An deren Stelle tritt die virtuelle Räumlichkeit, die allein aus der Farbe kommt. Denn das Farb-Geschehen soll im Vordergrund stehen, nicht das formale Geschehen. Die Tendenz zur Vereinfachung stellt sich dar als langfristiger Trend. Das schließt vorauseilende und rückwärts gewandte Bildlösungen ein. Das einzelne Bild ist eine individuelle poetische Entscheidung, und nicht eine Entscheidung im Sinn eines Fortschritts. Der Fortschritt als Trend hat seine Eigen-Dynamik und wird bei der Entstehung der Bilder nicht bewusst. Erst aus zeitlicher Distanz ist der Trend ablesbar.

Mai 1995 II
Acryl auf Leinwand
65 x 60
Städtische Galerie, Würzburg
Juli 1995 VIII
Acryl auf Leinwand
100 x 80 cm
Privatbesitz, Köln